Desinfektionsmittel-Rechner: Wie lange reicht Ihr Desinfektionsmittel?

Desinfektionsmittel war im März 2020 plötzlich Mangelware, nachdem auch private Verbraucher anfingen mehrere Liter davon zu bunkern. Grund: die plötzliche Verbreitung des neuartigen Virus, Sars-Cov-2 und der Wunsch vieler Menschen, die eigene Hygiene zu verbessern.

Gerade Menschen, die darauf angewiesen sind Bakterien und Viren von sich fernzuhalten, schauen mit bangem Blick auf ihre letzten Reserven: Wie lange wird das Desinfektionsmittel wohl noch reichen? Der Desinfektionsmittel-Rechner verrät es Ihnen. Dazu müssen Sie nur angeben, wie viel der Lösung Sie zur Hand haben (in ml) und wie viele Personen bei Ihnen im Haushalt es benutzen. Bei einer benötigten Menge von 3 ml und 3 Anwendungen am Tag, sind 1000 ml Inhalt für einen 2-Personen Haushalt 56 Tage ausreichend. Desinfizieren Sie nur ein Mal täglich und ersetzten Sie die restlichen Anwendungen durch gründliches Händewaschen, so kommen zwei Personen mit 1000 ml Inhalt sogar 167 Tage aus. Die Berechnung im Schnell-Modus geht von einem Verbrauch von 3 ml am Tag pro Person aus.

Wie wende ich Lösungen zur Desinfektion richtig an?

Grundsätzlich gilt: Um sich vor Erregern wie dem Corona-Virus zu schützen, ist richtiges Händewaschen (mindestens 30 Sekunden unter warmen Wasser und bei Verwendung von Seife) absolut ausreichend. Seife hat zwar keine desinfizierende Wirkung, löst Bakterien und Viren bei richtiger Anwendung aber von der Haut und spült sie weg.

Wer gesund ist, braucht als Privatperson im Haushalt also keine speziellen Mittel zur Desinfektion, da die meisten Viren und Bakterien bereits durch die normale Reinigung mit Wasser und Seife/Putzmittel absterben. Das ist eine wichtige Information, da es durchaus Menschen gibt, die darauf angewiesen sind da sie einen höheren Standard an Hygiene einhalten müssen – genau wie Arztpraxen und Krankenhäuser.

Wer eine Desinfektion seiner Hände durchführen möchte, sollte das mindestens 30 Sekunden lang tun. Das Händedesinfektionsmittel wird aus dem Gebinde direkt auf die trockene Haut gegeben. Bei der Menge gilt es nicht zu sparen, 3 ml werden benötigt um eine ausreichende Keimreduktion zu erreichen. Bei Wandspendern, die jetzt vielerorts bereitstehen, entspricht dies 2-3 Hüben. Anschließend wird es mindestens 30 Sekunden lang auf den gesamten Händen verrieben. Auch die Haut der Fingerzwischenräume nicht vergessen! Die Hände dürfen danach nicht abgetrocknet werden, sondern müssen an der Luft trocknen. Die Einwirkzeit liegt meist bei einer Minute, wenn Sie 3 ml genutzt haben, so wie es empfohlen wird. Beliebte Produkte sind zum Beispiel jene von Schülke und Bode Sterillium.

Welche Desinfektionsmittel für die Hände?

Das kommt darauf an, was man erreichen möchte. Viele Hand-Desinfektionsmittel und Handgele wirken antibakteriell. Das heißt, sie wirken gegen Bakterien, nicht aber gegen Pilze oder Viren. Gegen das Corona-Virus beispielsweise helfen diese Produkte nicht.

Möchte man ein Hand-Desinfektionsgel nutzen, das auch gegen Viren wie SARS-CoV-2 wirkt, empfehlen RKI, DAZ und WHO, auf die folgenden Merkmale zu achten: Das Händedesinfektionsmittel sollte mindestens 62% Ethanol enthalten oder die Aussage „begrenzt viruzid“ bzw. „wirksam gegen behüllte Viren“ tragen. Diese Angaben finden Sie auf der Flasche bzw. Verpackung.

Der Grund: Das Coronavirus gehört wie die Grippeviren oder auch Mumps und Masern zu den so genannten behüllten Viren. Das ist gut, denn man kann diese Viren durch Substanzen mit den oben genannten Merkmalen inaktivieren. Viele Menschen sparen dann aber bei der Menge. Vom Händedesinfektionsmittel sollten Sie 3 ml verwenden. Ein Flasche mit mit einem Liter (1000 ml) Inhalt reicht demnach für über 330 Anwendungen. Alkoholische Händedesinfektion ist Beispielsweise von Schülke erhältlich, welches eine hohes Wirkungsspektrum inklusive Corona- und Noroviren vorweist und sowohl bakterizid als auch fungizid ist.

Welches Desinfektionsmittel für Flächen?

Ob eine Flächendesinfektion überhaupt notwendig ist und welche Mittel angewendet werden müssen, hängt stark von den zu bekämpfenden Keimen ab und in welchem Umfeld man sich befindet. Für die gegenwärtige Pandemie reicht in Privathaushalten laut Robert Koch-Institut die Reinigung von Oberflächen mit normalen Reinigungsmitteln und Wasser aus. Nur im medizinischen Bereich und in der unmittelbaren Umgebung erkrankter Personen sollten auch die Flächen desinfiziert werden. Sehen Sie daher unbedingt davon ab, mehrere Liter dieser Flüssigkeiten Zuhause zu hamstern.

Gegen SARS-CoV2 helfen Desinfektionsmittel mit dem Zusatz „begrenzt viruzid“. Keime, wie Beispielsweise das durchaus gefährliche Norovirus, lassen sich nur nur durch Mittel mit der Bezeichnung „begrenzt viruzid PLUS“ vollständig abtöten. Die Bezeichnung antibakteriell, entfernt nur Bakterien und ist somit gegen SARS-CoV2 nicht geeignet.

Bei einer Flächendesinfektion sollten immer Handschuhe getragen werden, damit verhindert wird, dass die chemischen Substanzen die Haut an den Händen reizt oder es zu allergischen Reaktionen oder sogar Verätzungen kommt. In jedem Fall muss das Tuch richtig nass sein um einwandfreie Hygiene gewährleisten zu können. Die Fläche muss komplett trocknen, nach wenigen Minuten verflüchtigen sich die Mittel und die Desinfektion ist abgeschlossen. Lassen Sie die Verpackung daher auch immer geschlossen, damit sich die Flüssigkeit nicht ungewollt verflüchtigt. Tauschen Sie das Tuch welches Sie nutzen keinesfalls immer wieder ein. So kontaminieren Sie die Flüssigkeit! Geben Sie stattdessen immer wieder einige ml auf den Lappen. Danach entsorgen Sie diesen oder waschen, wenn möglich, bei mindestens 60 Grad.

Was ist, wenn es kein Desinfektionsmittel mehr gibt?

Wenn das Desinfektionsmittel im normalen Haushalt ausgeht, ist das nicht schlimm. Richtiges Händewaschen hilft effektiv gegen unterschiedlichste Erreger wie das Corona-Virus, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann. Eine weitere Desinfektion ist nicht nötig.

Für Menschen, die auf Desinfektion angewiesen sind, für Arztpraxen und Krankenhäuser wäre es dagegen problematisch, wenn die wirksamen Desinfektionsmittel ausgehen. Doch auch hier besteht derzeit kein Grund zur Sorge. Es arbeiten viele unterschiedliche Parteien daran, permanent für Nachschub zu sorgen. So stellen beispielsweise viele Hersteller alkoholischer Getränke den Basis-Alkohol, den sie in ihrer Produktion benutzen, für die Herstellung von Desinfektionsmitteln zur Verfügung. Andere stellen mittlerweile einfach selbst Desinfektionsmittel her.

Wie steht es um die Haltbarkeit nach Anbruch?

Wenn diese Substanzen nur selten gebraucht werden, passiert es leicht, dass die Flasche geöffnet länger herumsteht ohne benutzt zu werden. Es stellt sich dann irgendwann die Frage, ob die Desinfektion noch haltbar ist bzw. ob Sie es noch verwenden können oder ob die Wirksamkeit vielleicht schon nachgelassen hat. Das Mindesthaltbarkeitsdatum wird meist bei 6-12 Monaten angesetzt.

Bei Desinfektionsmittel unterscheidet man in Arzneimittel und Biozide. Arzneimittel sollten innerhalb von 3-12 Monaten nach Anbruch verbraucht werden. Die Haltbarkeit hängt auch davon ab, ob die Flüssigkeit Alkohol enthält oder nicht. Bei alkoholischen Desinfektionsmitteln hängt die Wirksamkeit und somit die Haltbarkeit am Alkoholgehalt. Dieser sinkt jedes Mal, wenn das Gefäß geöffnet wurde. Ist die Desinfektionsmittelflasche nur selten geöffnet worden, ist es vermutlich auch nach Ablauf des Datums noch haltbar und wirksam und Sie können es ohne Bedenken verwenden.

Ist die Desinfektionslösung abgelaufen und Sie wissen nicht, wie häufig dieses schon benutzt wurde, sollte dieses besser entsorgt werden. Zwar kann Ihnen die abgelaufene Flüssigkeit nicht schaden, allerdings können Sie sich auf die Wirksamkeit nicht mehr verlassen.

Wie ist der Umgang mit Konzentrat?

Gerade in Einrichtungen die regelmäßig ganze Flächen und Geräte desinfizieren kommen täglich mehrere Liter Desinfektionsmittel zum Einsatz. In diesen Bereichen bietet sich die Verwendung eines Konzentrats an. Diese werden in Kanistern mit einem Inhalt von 2 Litern (2000 ml) bis über 10 Litern (10.000 ml) angeboten und in einem bestimmten Verhältnis mit Wasser vermischt. Bei der Anwendung ist besondere Vorsicht geboten und es sind stets Handschuhe zu tragen, da diese Konzentrate schwere Schäden auf der Haut und im Körper verursachen können. Zur Händedesinfektion sind diese Lösungen daher keinesfalls geeignet. Der Konzentrat-Anteil bzw. die Dosierung unterscheidet sich innerhalb der großen Auswahl an Herstellern.